Halloween wird jedes Jahr in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Das Fest ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung, in der herbstliche Volksbräuche und der christliche Kalender miteinander verschmolzen sind – bevor es sich durch die Popkultur zu einem weltweiten Phänomen gewandelt hat.
1. Die historischen Wurzeln: Brauchtum und Kalender
Herbstliche und keltische Wurzeln: Schon in vorchristlichen Zeiten markierten Feste wie das keltische Samhain Ende Oktober das Ende der Erntezeit und den Beginn der dunklen Jahreszeit. Im Volksglauben waren damit Vorstellungen verbunden, dass in dieser Übergangszeit die Grenze zur Geisterwelt durchlässig sei.
Der christliche Kalender (Allerheiligen): Das Christentum legte im 9. Jahrhundert durch Papst Gregor IV. das Gedenkfest Allerheiligen auf den 1. November fest (gefolgt von Allerseelen am 2. November), um aller Heiligen und Verstorbenen zu gedenken. Der Vorabend (All Hallows‘ Eve) gab schließlich den Namen für Halloween.
Die Verschmelzung in Europa: Im Laufe der Jahrhunderte wuchsen ländliche Traditionen und der kirchliche Gedenktag im Volksglauben auf den britischen Inseln immer stärker zusammen.
2. Der Weg nach Amerika und das moderne Halloween
Der entscheidende Wandel hin zu dem Halloween, das wir heute kennen, fand in Nordamerika statt:
Der Einfluss der Auswanderer: Im 19. Jahrhundert brachten vor allem irische und schottische Auswanderer ihre Bräuche (wie das Schnitzen von Fratzen und den Schutz vor Geistern) mit nach Nordamerika. Dort trafen sie auf andere europäische und lokale Traditionen.
Die Geburt des Popkultur-Festes: In den USA wandelte sich Halloween im 20. Jahrhundert rasch von einem oft anarchischen Brauch zu einem kommerziellen und gemeinschaftlichen Familienfest. Bräuche wie das Verkleiden, das Umherziehen von Kindern als Süßes oder Saures (Trick or Treat) und kunstvoll beleuchtete Kürbisse (Jack O’Lantern) wurden standardisiert und durch Filme, Werbung und Popkultur weltweit populär gemacht.
Das heutige Halloween: Heute geht es beim modernen Halloween weniger um tatsächlichen Aberglauben oder religiöse Rivalitäten, sondern um den Spaß an Kostümen, Grusel-Deko, Horrorfilmen und geselligen Partys für Jung und Alt.
3. Wie Halloween auf Gran Canaria gefeiert wird
Auf Gran Canaria zeigt sich heute ein spannender Kontrast zwischen lokalem Erbe und modernem US-amerikanischem Einfluss:
Die traditionelle Nacht: Noche de los Finaos
Lange vor dem heutigen Halloween feierten die Kanaren den Vorabend von Allerheiligen als Los Finaos (von difuntos = Verstorbene). Familien und Nachbarn kamen zusammen, um der Ahnen zu gedenken. Dazu gehört bis heute in vielen Dörfern (wie San Mateo oder Teror) das gesellige Beisammensein bei Volksmusik (Parrandas), bei dem frisch geröstete Kastanien (castañas asadas), getrocknete Feigen und süßer Anislikör gereicht werden.
Das moderne US-Halloween im Alltag
Parallel dazu hat sich das aus Amerika importierte Halloween fest etabliert. Supermärkte und Einkaufszentren sind voller Dekorationen und Kürbisse. Am Abend feiern Bars, Clubs und privaten Gruppen in Las Palmas sowie in den touristischen Zentren im Süden (Maspalomas, Playa del Inglés) Halloween – dank des milden Klimas auf den Kanaren oft ausgelassen und im Freien.



